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08.02.2024

Lebensmittelverteilungen im Rahmen des Tet Fests

Lebensmittelverteilungen im Rahmen des Tet Fests

Das Tết Nguyên Đán (dt. «Fest des Ersten Morgens») auch Tet Fest genannt, ist der wichtigste vietnamesische Feiertag und findet dieses Jahr am 10. Februar statt. Das farbenfrohe Fest wird durch eine Vielzahl an Sitten und Bräuchen begleitet und die Vorbereitungen beginnen meist 1-2 Woche zuvor: die Menschen schmücken ihre Häuser, besuchen die Gräber ihrer Vorfahren oder kochen vietnamesische Spezialitäten. Am Tet Festival wird den Vorfahren gedacht und gleichzeitig bietet es für die Menschen das neue Mondjahr mit den Familienmitgliedern zu begrüssen.

Im Rahmen des Tet Fests hat das Charity Project Krong Buk Lebensmittelverteilungen an Opfer von Agent Orange und deren Familienmitglieder in der südvietnamesischen Stadt Ea Kly durchgeführt. Das von Peter Jenni und Tran Thi Hiep geführte Charity Project Krong Buk konnte 360 Familien mit Lebensmitteln versorgen, die von Green Cross Switzerland kofinanziert werden. Diese Kooperation besteht seit April 2023 und gewährleistet einen pragmatischen Einsatz der Hilfsgüter vor Ort.

Die Hilfsaktion hatte eine sehr positive Begleiterscheinung: Die zuständige Lieferantin der Lebensmittel hatte aus eigener Motivation zusätzliche Lebensmittelpakete an die Betroffenen ausgegeben.

Wir sind über die Hilfe der Lieferantin, sowie die Zusammenarbeit mit dem Charity Project Krong Buk sehr dankbar. In diesem Jahr sind neben den bestehenden orthopädischen und sozialen Angeboten für Opfer von Agent Orange im Rahmen des Socmed-Programms auch die Aufnahme und Durchführung von neuen Inhalten geplant. Green Cross Switzerland untersucht derzeit die Situation zur Etablierung von Mikrokrediten für angehende Start-Up-Unternehmen. Diese Planungsmöglichkeiten und Realisierung von Projekten sind ohne unsere Spenderinnen und Spender undenkbar. Für die fortwährende Unterstützung möchten wir uns bei Ihnen herzlich bedanken.

17.01.2024

Lebensmittelverteilungen in Cherson und Novgorod-Seversky

Lebensmittelverteilungen in Cherson und Novgorod-Seversky

Die notwendige und pragmatische Unterstützung der Menschen in der Ukraine ist seit der russischen Invasion im Februar 2022 ein Kernanliegen von Green Cross Switzerland. Während die Stiftung zuvor Projekte im Rahmen des SOCMED-Programms in der Tschernobyl-Region durchführte, wurden die Hilfsprojekte durch den Krieg auf die Bedürfnisse der Menschen im Staat angepasst.

Auch 2023 wurden deshalb verschiedene Lieferungen an lebensnotwendigen Gütern und Wasseraufbereitungssystemen in betroffene Gebiete geschickt. Die Bereitstellung von Lebensmitteln war dementsprechend ein Aspekt dieser Lieferungen. Denn vor allem im Winter werden Nahrungsmittel in unterschiedlichen, besonders nahe der Frontlinie gelegenen Dörfern und Städten der Ukraine knapp.

Deshalb organisierte Green Cross Switzerland im Dezember 2023 und Januar 2024 unterschiedliche Lebensmittellieferungen in die südukrainische Stadt Cherson, sowie in die nordukrainische Stadt Novgorod-Seversky und deren Region. Die Lieferungen enthielten Zutaten wie Zucker oder Mehl, aber auch Haferflocken, Tee und Teigwaren.

In der frontnahen Stadt Cherson konnten 300 Menschen Lebensmittel erhalten. Die Lieferung war herausfordernd, da die Stadt weiterhin unter Beschuss steht. Zudem sind die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Umso glücklicher waren die Menschen inmitten der Explosionen und Schüssen freundliche Gesichter zu sehen und Zugang zu dringend benötigten Lebensmitteln zu bekommen.

In der Region um Novgorod-Seversky konnten insgesamt 800 Lebensmittelpakete in Zusammenarbeit mit der NGO Kniazhi Grad an Bewohner:innen vier grenznaher Dörfer gegeben werden. In diesem Gebiet stellt sich die Verteilung von lebensnotwendigen Gütern ebenfalls als schwierig dar. Während der weiteren Aushändigung von Lebensmittelpaketen in einem fünften Dorf wurden die freiwilligen Helfer:innen durch aktiven Beschuss gezwungen, die Arbeit zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt mit der Arbeit fortzufahren. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen, und es konnte – trotz den gefährlichen Umständen – den Menschen etwas Hoffnung für die Zukunft geschenkt werden.

Nachdem wir bereits im Herbst 2023 Matratzen an Gesundheitsinstitutionen und Obdachlosenheime geliefert haben, konnten wir im Winter desselben Jahres weitere 100 Kissen und 150 Matratzen zur Verfügung stellen. 50 Matratzen erhielten Menschen in der Stadt Cherson, weitere 100 Matratzen und die Kissen wurden an ein Krankenhaus und ein Kinderheim in Nowgorod-Severski gegeben. Diese Initiative fördert das Wohlbefinden innerhalb schwieriger Lebensumstände.

Green Cross Switzerland möchte sich bei allen freiwilligen Helfer:innen und Akteur:innen bedanken, die sich für diese Lebensmittelverteilung eingesetzt und sie möglich gemacht haben. Auch in diesem Jahr 2024 sollen die Menschen der Ukraine von den Hilfeleistungen unserer Organisation profitieren können. Geplant ist z.B. die psychologische Unterstützung von Menschen, die durch den Krieg traumatische Erlebnisse gemacht haben.

11.01.2024

Weihnachts- und Neujahrsgeschenke für Kinder in der Ukraine

Weihnachts- und Neujahrsgeschenke für Kinder in der Ukraine

Während viele Kinder in der Schweiz sich auf Weihnachten und somit auch auf Geschenke freuen konnten, ist die Situation für zahlreiche Jugendliche und Kinder in der Ukraine leider nicht dieselbe. Der Krieg ist allgegenwärtig und jüngere Menschen leiden besonders an den Auswirkungen der kriegerischen Handlungen. Vielfach ist es auch für die Betroffenen schwierig die aussergewöhnliche Situation nachvollziehen bzw. einordnen zu können.

Der Einsatz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist für Green Cross Switzerland bereits lange ein Anliegen. Das Engagement für junge Menschen während des Krieges wurde relevanter denn je. 

Damit auch während des Krieges ein Stück Normalität und einen Moment des sorglosen Alltags herrschen kann, offerierte Green Cross Switzerland deshalb zwischen den Weihnachts- und Neujahrstagen bis Januar 2024 600 Geschenke an Kinder und Jugendliche in verschiedenen Schulen und Kindergärten innerhalb der Ukraine. Jedes dieser Geschenke enthielt ein Spielzeug sowie verschiedene Süssigkeiten. Die Geschenke sollen Halt und Sicherheit erwirken aber auch erinnern, dass es Perspektiven für eine hoffnungsvolle Zukunft gibt.

Auch im Jahr 2024 wird unsere Stiftung die Arbeit in der Ukraine fortsetzen, wobei verschiedene weitere Schwerpunkte gesetzt werden. Die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen wird ein wichtiger Aspekt der humanitären Hilfe sein, damit wir auch in diesem Jahr den Alltag weiterer jungen Menschen in der Ukraine etwas aufhellen können. Angesetzt sind u.a. Angebote zur psychologischen Unterstützung und Bewältigung der Kriegsereignisse.

13.12.2023

Solarenergie in der Ukraine

Solarenergie in der Ukraine

Solarenergie ist in der Ukraine kein neues Thema, sondern hat in den letzten Jahren im Staat immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies geht aus einem gemeinsamen, 2021 veröffentlichten Statusbericht von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) und dem Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21) hervor. In der Studie wurde die erneuerbare Energie in 17 Staaten in Osteuropa, dem Kaukasus, Zentralasien und Südosteuropa zwischen 2017 und 2021 untersucht. Es wird festgehalten, dass die Kapazität erneuerbarer Energie in der Region wesentlich gestiegen (um 21 Gigawatt = 1 Milliarde Watt, auf 106 GW) ist, wobei die Photovoltaik mit 58% der grösste Zubau ausmachte. Die Autor:innen stellen fest, dass in der Ukraine die erneuerbare Energie besonders stark zulegen konnte.

Ukraine auf gutem Weg, Ausbaumöglichkeiten sind aber vorhanden

Der Zuwachs an Wind- und Solarenergie war aus den 17 Staaten (u.a. Ukraine, Russland und Kasachstan) in der Ukraine mit mehr als 8 GW am höchsten. Das Land lag mit umgerechnet 3.4 Milliarden US-Dollar weltweit auf dem 17. Platz in Bezug auf die Investitionen in erneuerbare Energie. Die Solarenergie wird dabei im Inland auf Freiflächen und auch in privaten Haushalten gefördert. Die öffentlichen und privaten Investitionen sind in der Region aber eher bescheiden. Während z.B. in der EU die Investitionen in die Ökoenergie 2018 bei mehr als 55 Milliarden US-Dollar lagen, betrugen die eingesetzten Gelder in die erneuerbare Energie in der untersuchten Region im gleichen Jahr ca. 7.2 Milliarden US-Dollar. Auch ist die Ukraine nach dem UNECE weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig, die im Jahr 2020 70% der Primärenergieversorgung ausmachten.

Russische Invasion in die Ukraine und Beschädigung der Infrastruktur

Durch die Invasion der russischen Armee in die Ukraine wurde zudem die Erzeugung erneuerbarer Energie stark eingeschränkt. Laut dem Bericht waren im Juni 2022 90% der bisherigen Windenergiekapazität sowie 30% der Solar-Leistung nicht mehr im Betrieb.

Die gezielte Zerstörung der Infrastruktur traf somit nicht nur die ukrainische Energiebranche, sondern vor allem auch Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Bis zum Oktober 2023 wurden mehr als 4000 Bildungsstätten und Gesundheitsinstitutionen beschädigt, mehr als 150‘000 Wohngebäude zerstört. Dass demnach auch die Stromversorgung stark gefährdet ist, liegt auf der Hand.

Die Wiederherstellung der Stromversorgung durch Photovoltaik bietet sich deshalb auch als Chance für das Land an. Der Krieg erlaubt derzeit aber keine weiteren Entwicklungen der Solarindustrie in der Ukraine, sondern muss sich hauptsächlich auf das Überleben konzentrieren. Die Unterstützung der Ukraine in der Aufrechterhaltung der Solarenergie wird bereits vorangetrieben. So hat z.B. der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) unter der Spendenaktion „Solar hilft“ eine Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Schule in Irpin unterstützt. Zudem hat das BSW zusammen mit SolarPower Europe und der Ukrainian Solar Energy Association (ASEU) das Ziel mit weiteren Spendenaktionen, den durch den Krieg immer wieder auftretenden Stromunterbrüche in Schulen und Krankenhäusern mit Solarenergie entgegenzuwirken.

Potenzielles Szenario der erneuerbaren Energieversorgung bis 2050

Das UNECE schätzt das Potenzial der Bioenergie, Wasser-, Sonnen- und Windenergie in der Ukraine als besonders hoch ein und diese könnten in Zukunft die Bausteine des Energiesystems der Ukraine sein und bis 2050 ca. 80% zur gesamten Energieerzeugung beitragen. Es bleibt vor allem auch nach einer zukünftigen Beendigung des Krieges die Herausforderung grössere Investitionen und Strategien zielgerecht umzusetzen.  Es steht aber fest, dass zusammen mit der Kernenergie, die erneuerbaren Energien die Ukraine in eine kohlenstoffneutrale Zukunft führen können.

Green Cross Switzerlands Einsatz für erneuerbare Energien

Ein nachhaltiger, auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhender Umgang mit unserem Planeten ist für Green Cross Switzerland seit der Gründung wichtig und hat in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Deshalb planen wir im nächsten Jahr, 2024, gezielt die erneuerbare Energieversorgung in der Ukraine zu fördern und zu unterstützen. Ziel ist die Unterstützung der Bevölkerung mit erneuerbaren Energien in Gebieten, die unmittelbar vom Krieg betroffen sind und andererseits die nahe der Tschernobyl-Nuklearkatastrophe gelegene Region.

 

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

 

07.12.2023

Ehrenamtliches Expertenteam auch im Herbst 2023 wieder in Vietnam im Einsatz

Ehrenamtliches Expertenteam auch im Herbst 2023 wieder in Vietnam im Einsatz

Seit 2004 setzen sich Schweizer Orthopädist:innen und Ärzt:innen ehrenamtlich in Kooperation mit Green Cross Switzerland für Betroffene von «Agent Orange» ein und reisen für gewöhnlich ein bis zweimal im Jahr nach Vietnam. Die Schweizer Spezialist:innen arbeiten eng mit dem lokalen Fachpersonal zusammen, bilden sie weiter und tauschen Erfahrungen aus. Das Fachwissen wird auch an dem Ausbildungszentrum für Orthopädietechniker:innen (Vietcot) in Hanoi durch die Schweizer Expert:innen vermittelt. Green Cross Switzerland unterstützt dabei das Expertenteam mit Infrastruktur, Material und bei der Logistik.

Auch im Herbst 2023 wurde wieder eine Reise nach Vietnam organisiert, an welcher die Orthopädisten Dr. med. h.c. Daniel Hueskes und Benjamin Hueskes sowie die Ärtz:innen Dr. med. Jiri Skarvan und  Dr. med. Christiane Brinkmann teilnahmen. In einem zweiwöchigen Aufenthalt besuchten sie auch das Vietcot. Die Ärzt:innen führten Anamnesen, Untersuchungen und Behandlungen vorwiegend an Kinder und Jugendlichen durch. Mit dem längeren Besuch konnte auch wieder lokales Fachpersonal entsprechend instruiert werden. Neben der Visite des Vietcots unternahm das Team auch Besichtigungen von lokalen Krankenhäusern in Hanoi oder Thai Nguyen.

Hilfe vor Ort

Während dieser Zeit wurden 11 PatientInnen im Vietcot und 15 PatientInnen im Kinderkrankenhaus in Vinh, die an Zerebralparesen oder anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats leiden oder Klumpfüsse besitzen, erfolgreich von den Schweizer Spezialist:innen untersucht. Da insbesondere auch der Wissenstransfer beim Vietcot (Ausbildungszentrum) eine zentrale Rolle für die weitere Professionalisierung des Gesundheitspersonals spielt, nahmen an den Untersuchungen auszubildende Orthopädist:innen oder Pfleger:innen der Ausbildungsstätte teil. Zusätzlichen führten Benjamin Hueskes (CPO-D) und Cedric Pischel (OT) ein Prothetik Seminar für Orthopädietechniker:innen durch. Im 5-tägigen Seminar wurden 5 PatientInnen mit Prothesen von den Seminarteilnehmer versorgt. In Thai Nyguen wurden neben den 21 Untersuchungen 9 Operationen durchgeführt und 4 Kinder mit Prothesen und Orthesen versorgt.

Die Kooperation mit dem ehrenamtlichen Expertenteam ist für Green Cross Switzerland besonders wertvoll. Neben dem Einsatz für Betroffene von Agent Orange dient das Team auch als Bindeglied zu lokalen Partnern oder Gesundheitseinrichtungen und dem internationalem Wissenstransfer. Green Cross Switzerland bedankt sich herzlich für diese langjährige Zusammenarbeit und freut sich, Dr. med. h.c. Daniel Hueskes und Dr. med. Claude Müller im Oktober 2023 ins Patronat aufgenommen zu haben.

31.10.2023

Green Cross Switzerlands Charity-Dinner

Green Cross Switzerlands Charity-Dinner

Am Freitag, dem 27. Oktober, fand das Charity-Event von Green Cross Switzerland in Zürich statt. Spenderinnen und Spender, Interessierte, Freiwillige und Partnerorganisationen erhielten durch unseren CEO und Nationalrat Martin Bäumle Einblicke in die Projektarbeit in der Ukraine und Vietnam.

Neben einer ausführlichen Darstellung der aktuellen humanitären Arbeit in der Ukraine wurde auch ein Bericht über die Lieferung von Wasseraufbereitungssystemen in den kriegsbetroffenen Staat präsentiert. Anschliessend wurde die Projektarbeit in Vietnam vorgestellt. Zum Abschluss wurden Dr. med. Claude Müller und Dr. h. c. Daniel Hueskes für ihre langjährige Zusammenarbeit geehrt, und als Dankeschön für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde ihnen eine Ehrenauszeichnung überreicht.

Green Cross Switzerland möchte sich herzlich bei allen Gästen für ihre Teilnahme bedanken, denn ohne Ihre Hilfe, liebe Spenderinnen und Spender, Freiwillige, Interessierte und Partnerorganisationen, wäre dieser Abend undenkbar gewesen.

17.10.2023

Weitere Hilfeleistungen für die Ukraine

Weitere Hilfeleistungen für die Ukraine

Die Kriegshandlungen vor allem im Süden der Ukraine sind auch im zweiten Halbjahr von 2023 allgegenwärtig und ein Ende ist nicht in Sicht. Während an den Fronten Soldat:innen unter Dauerbeschuss stehen, befindet sich die ukrainische Bevölkerung in einer prekären Lage. Sie sind vor verschiedene Probleme gestellt, die sie allein nicht bewältigen können und auf Hilfe angewiesen sind. Green Cross Switzerland unterstützt deshalb die Opfer des Krieges mit einer Palette an pragmatisch angelegten und regional angepassten, schnellen Hilfeleistungen, die auf unterschiedlichen Ebenen des Alltags wirken und eine Verbesserung der Situationen zum Ziel hat.

Seit der russischen Invasion im Februar 2022 fokussierte sich Green Cross Switzerland auf die Lieferung humanitärer Güter und vor allem seit Ende desselben Jahres auf die Bereitstellung von Wasseraufbereitungssystemen, welche dreckiges oder kontaminiertes Wasser reinigen können.

Daneben ist jedoch der Einsatz für Kinder seit vielen Jahren ein Kernanliegen unserer Stiftung. Denn zuvor hat die Stiftung noch diverse Therapiecamps für Kinder, die durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl betroffen sind, in der Ukraine oder Belarus veranstaltet. Dieser Fokus auf die Unterstützung von Kindern wird deshalb fortgesetzt, da Kinder und Jugendliche kriegerischen Handlungen häufig ausgesetzt sind.

Neue Hilfeleistungen für die Opfer des Krieges zur Verfügung gestellt

Jetzt konnten im Verlauf des Sommers und im September mehr als 200 Kinder der Region Tschernihiw durch die Hilfeleistungen Rucksäcke erhalten. Die Rucksäcke stehen symbolisch für die Chance auf einen gewissen geregelten Schulalltag; fern – so gut wie möglich – von den Kriegshandlungen, ein einladender Einstieg in den ersten Schultag und geben den Kindern die Möglichkeit ihre persönlichen Gegenstände und Schulbücher zu transportieren.

Ebenfalls wurde ein Krankenhaus bzw. Rehabilitationszentrum in Tschernihiw für Kinder mit Beeinträchtigungen von Green Cross Switzerland unterstützt. Zahlreiche der dort behandelten Kinder haben Verletzungen an ihrem Bewegungsapparat sowie am zentralen oder peripheren Nervensystem. Mittels der zur Verfügung gestellten Bewegungsgeräten kann die Grob- und Feinmotorik von Kindern und Jugendlichen dort nachhaltig trainiert und verbessert werden. In derselben Stadt wurde ein Kindergarten mit Stühlen und Betten ausgestattet, wodurch die Infrastruktur verbessert und den Kindern Möglichkeiten gegeben wurden, sich wie zuhause zu fühlen. Auch konnte ein Stromgenerator zur Verfügung gestellt werden, der trotz Stromausbrüchen den Köchinnen hilft, eine warme Mahlzeit für die Kinder vorzubereiten.

Green Cross Schweiz hat 31 moderne orthopädische Matratzen an das Zentralkrankenhaus Ripky übergeben sowie weitere an ein Aufenthaltszentrum für Obdachlose und zwei kleinere Krankenhäuser. Der amtierende Generaldirektor des Spitals in Ripky äussert seine Dankbarkeit und meint, dass durch die Lieferung die Bedingungen für einen Aufenthalt verbessert werden.

Weitere Hilfsangebote für den Spätherbst geplant

Für den Herbst und Winter sind wieder weitere Hilfeleistungen geplant. So werden z.B. Saatgut an Menschen ausgegeben. Der Fokus wird auf die Lieferung von Wasseraufbereitungssystemen gelegt.

Green Cross Switzerland möchte sich herzlich bei Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender bedanken, dass Sie weiterhin unsere Arbeit unterstützen und den Menschen in der Ukraine Hoffnung auf eine Zukunft schenken.

03.10.2023

Wassersituation in Burkina Faso

Wassersituation in Burkina Faso

Seit vielen Jahren herrschen im ostafrikanischen Land Burkina Faso grosse Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung. Diese Extremsituation hat verschiedene Gründe, wobei die meisten durch menschliche Aktivitäten verursacht wurden und werden.

Die Niederschläge im Land haben stetig abgenommen; es wird davon ausgegangen, dass im Sahelstaat nur noch ein Drittel so viel Regen wie vor 70 Jahren fällt. Die Temperaturen steigen wesentlich schneller und die Trockenzeiten sind länger. Dürren führen u.a. dazu, dass Gewässer vermehrt austrocknen oder zumindest stark rückläufig sind. Da 85% der Bevölkerung von Viehzucht und Landwirtschaft lebt, hat dies nicht nur Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern durch den Wassermangel kommt es zunehmend zu Konflikten zwischen den Bauern und Anwohner:innen.

Bewaffnete Konflikte verschärfen die Wasserversorgung

Auch die unsichere, politische Lage trägt zur Wasserknappheit bzw. Wasserversorgung in Burkina Faso zu. Nachdem das Militär den langjährigen Präsidenten Blaise Campaoré 2014 entmachtete, kam es seit diesem Jahr immer wieder zu erfolgreichen Putschversuchen, wobei der letzte Ende September 2022 stattfand. Lokale Milizen, sowie regionale Ableger der Terrororganisationen IS und von Al-Qaida destabilisieren die Lage weiter, indem sie Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder kidnappen, ermorden oder vertreiben. Bisherige Fortschritte in der Verbesserung der Trinkwasserversorgung, werden durch Angriffe auf Wasseranlagen – als Taktik zur Vertreibung von Menschen – gefährdet. Aufgrund von bewaffneten Konflikten und der politischen Instabilität haben zu dieser Zeit mehr als 830.000 Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die mangelnde Wasserversorgung wird leider durch das hohe Potenzial der Unterernährung und durch Krankheiten weiter ergänzt. Ein zentraler Teil der Bevölkerung ist deshalb auf humanitäre Hilfe angewiesen; UNICEF schätzt, dass über 5 Millionen Menschen (Davon 3.2. Millionen Kinder), d.h. ein Viertel der Gesamtbevölkerung entsprechende Hilfeleistungen benötigt. Über 2 Millionen Menschen mussten aufgrund der zunehmenden Gewalt flüchten.

Wasserversorgung als Thema auf der internationalen Bühne

An der UN-Wasserkonferenz 2023 vom 22. bis 24. März in New York wurde deshalb die mangelnde Wasserversorgung in verschiedenen, vorwiegend afrikanischen Staaten zum Thema gemacht. Denn der Zugang zu sauberem Wasser und entsprechenden sanitären Angeboten ist ein Menschenrecht und ist eines der in der Agenda 2030 festgelegten 17 UN-Zielen für die nachhaltige Entwicklung. UNICEF fordert u.a. eine schnelle Erhöhung der Investitionen in die Hygiene-, Wasser- und Sanitärversorgung und eine Fokussierung derjenigen Gebiete, die von den Wasserkrisen am stärksten betroffen sind durch Hilfsprogramme und politische Richtlinien.

Green Cross Switzerlands Einsatz in Burkina Faso

Im Rahmen des Wasser-Leben-Frieden Projekts von Green Cross Switzerland hat die Stiftung über Jahre hinweg beim Aufbau von Strukturen und beim Wissenstransfer über Wassermanagement, um Konflikten aus der Verknappung von Wasser in Burkina Faso vorzubeugen, mitgeholfen. Wasser-Leben-Frieden verfolgte als Projekt das Ziel, die Wasserversorgung durch Ausbildung von Betroffenengruppen oder technischen Interventionen in wasserarmen Gebieten zu fördern und das häufig verschmutzte Wasser zu säubern. Als Beispiel wurde in der Gemeinde Nagréongo ein Projekt Wiederherstellung des Bodennutzungspotenzials von Agraranbauflächen und von Bewässerungsinfrastrukturen realisiert.

Weitere Informationen finden Sie hier:

12.09.2023

Zerstörung der Infrastruktur in der Ukraine

Zerstörung der Infrastruktur in der Ukraine

Die Zerstörung der (kritischen) Infrastruktur hat seit der russischen Invasion im Februar 2022 stetig zugenommen. Durch die Kriegshandlungen werden (un)absichtlich immer wieder Privathäuser, Wohnungen oder öffentlich zugängliche Infrastruktur wie z.B. Einkaufszentren, Brücken oder Strassen beschädigt. Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms bei Cherson ist ein tragisches Beispiel für die Ausserkraftsetzung kritischer Infrastruktur.

Ein Grossteil der Zerstörung und Beschädigung der Infrastruktur findet nahe den Fronten im Osten und Südosten des Landes statt. Doch immer wieder werden auch Gebiete getroffen, die abseits der Kriegsgebiete liegen; in Kiev schlugen etwa im Juni Raketen ein. Durch die russischen Angriffe werden nicht nur Menschen und Tiere direkt getötet, sondern auch die jeweilige Infrastruktur beschädigt. Zudem ist der Wiederaufbau kostspielig und die regionalen Behörden können nicht immer alle Schäden abdecken, weshalb die Menschen auch auf Hilfe angewiesen sind.

Die Kyiv School of Economics berechnete, dass bis April 2023 der Gesamtbetrag der direkten, dokumentierten Schäden, die der ukrainischen Infrastruktur durch die russische Invasion bis April 2023 zugefügt wurden, sich auf 147.5 Milliarden Dollar belaufen. Inzwischen muss dieser Betrag – und auch in Zukunft – weiter angehoben werden. Während ca. ein Drittel dieses Betrages auf die Beschädigung oder Zerstörung von Wohnhäusern zurückgeht (54.4 Milliarden US-Dollar), wird der Schaden an der Infrastruktur auf ein Viertel (ca. 36.2 Milliarden US-Dollar) geschätzt.

Dass die Zerstörung der Infrastruktur sich im schlimmsten Fall auch zu einer globalen Katastrophe entwickeln kann, zeigt sich an den Angriffen auf Häfen entlang der Donau im Südosten der Ukraine. Seit August haben immer wieder zahlreiche russische Drohnenangriffe die Infrastruktur der Häfen beschädigt oder zerstört, da bei diesen Infrastrukturen das Weizen verladen wird, welches zum Export genutzt wird. Die Vernichtung des Weizens hat nicht nur für die Wirtschaft der Ukraine negative Einbussen zur Folge, sondern stellt die Empfängerstaaten vor weitere Herausforderungen.

Green Cross Switzerlands Beitrag für die erneute Instandsetzung der Infrastruktur

Die Zerstörung (kritischer) Infrastruktur in der Ukraine ist auch ein zentrales Thema für Green Cross Switzerland. Die Stiftung fokussiert sich in seiner Arbeit in der Ukraine neben der Lieferung von Systemen zur Trinkwassersäuberung und humanitären Gütern auf die Reparatur von Infrastruktur und die Lieferung von Gegenständen des alltäglichen Lebens. Im Frühjahr wurde den Retter:innen des Staatlichen Dienstes für Notfallsituationen Nowhorod-Siwerskyj ein Bootsmotor zur Verfügung gestellt. Die technische Infrastruktur half bei der Rettung von Opfern der Überschwemmungen im Nordosten des Landes. Im Sommer haben zudem mehr als 200 Kinder in der Region Cherson und Mikolajiv Rucksäcke für den Schulalltag erhalten und zerstörte Fenster konnten mit der Unterstützung von Green Cross Switzerland finanziert werden. Weitere Hilfeleistungen werden zu diesem Zeitpunkt geplant.

Der Wiederaufbau der Infrastrukturen in der Ukraine wird einige Jahre dauern. Deshalb hat sich Green Cross Switzerland das Ziel gesetzt in Zukunft ebenfalls beim Wiederaufbau mitzuhelfen.

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28.08.2023

Giftgasangriff auf Halabja, Irak 1988 – Langzeitfolgen bis heute

Giftgasangriff auf Halabja, Irak 1988 – Langzeitfolgen bis heute

Auch 35 Jahre nach dem Giftgasangriff auf die irakisch-kurdische Stadt Halabja im Osten des Landes, wird die lokale Bevölkerung durch das Ereignis bis heute geprägt. Am 16. März 1988 warfen irakische Flieger unter dem Regime von Saddam Hussein im Rahmen der Anfal-Offensive Senfgas und andere chemische Kampfstoffe über Halabja ab. Die Giftgaskampagne (Anfal-Offensive), die sich gegen kurdische Städte und Dörfer zwischen 1987-1988 richtete, war eine genozidale Massnahme, wobei die Offensive Halabja am härtesten traf. An diesem Tag starben mindestens 5‘000 der damaligen 40‘000 Einwohner:innen – vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen – an den Folgen des Giftgasangriffes. Weitere 7‘000 bis 10‘000 Menschen starben entweder an den Folgen der Verletzungen oder erlitten dauerhafte Gesundheitsschäden.

Noch heute leidet die Bevölkerung an den Folgen des Angriffs. Schwere Atemnot, Krebs, Missbildungen bei Neugeborenen, Totgeburten, Haut- und Augenkrankheiten, Unfruchtbarkeit und psychische Störungen treten in den betroffenen Regionen in einem erhöhten Mass auf. Die Region um Halabja ist eine der ärmsten Teile der Autonomieregion von Kurdistan. In vielen Dörfern und Siedlungen fehlt es an sauberem Wasser, an einer genügenden Gesundheitsversorgung und an entscheidender Infrastruktur.

 

Green Cross Switzerlands Engagement in Halabja und Umgebung

Green Cross Switzerland war über mehrere Jahre im Irak mit der Arbeit an Projekten aktiv. Zusammen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützte Green Cross Switzerland seit 2008 fünf Jahre die im Nordirak tätige Entwicklungsorganisation WADI e.V. bei der Umsetzung von verschiedenen Projekten.

Einer der Schwerpunkte der Aktivitäten von Green Cross im Irak waren die mobilen Teams, welche die Dörfer der betroffenen Region regelmässig besuchten und der lokalen Bevölkerung mit medizinischer Betreuung und Beratung zur Seite standen. Zentral waren auch die Trainings- und Aufklärungskurse, an denen Frauen Wissen zu Frauenrechte, Gesundheitsprobleme, Kindererziehung und über die Langzeitwirkung von Giftgas auf den Menschen vermittelt bekamen. Um den Kindern eine bessere Perspektive zu geben sowie Hygiene und andere wichtige Themen auf spielerische Weise näher zu bringen, zirkulierten mobile Spielbusse zwischen den Dörfern. Mit einer Bibliothek, Musikinstrumenten und vielen Spielen, begleitet von Sozialarbeiterinnen und Gesundheitsfachleuten, half der Green-Cross-Spielbus Kindern in der vom Giftgasangriff traumatisierten Kurdenregion.

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