Wiederaufforstung in Koriukivka

Die Region Tschernihiw ist eine der ärmsten der Ukraine. Das hängt u.a. mit den Spätfolgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zusammen. Der andauernde Krieg belastet die Region noch zusätzlich (u.a. Raketeneinschläge, häufige Stromausfälle). Deshalb bildet die Region einen Schwerpunkt der Arbeit von Green Cross Switzerland (GGCH).

Vielen ist nicht bewusst, in welchem Ausmass der Krieg das Ökosystem und Klima belastet und vielfältige Schäden an der Umwelt anrichtet. Beispielsweise werden riesige Waldflächen stark beeinträchtigt oder vernichtet. Aufforstung kann einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Natur leisten. Und ist nicht nur im Kontext des Krieges eine wichtige Massnahme. In der Ukraine war nämlich bereits vor dem Krieg ein im internationalen Vergleich (zu) kleiner Teil der Landesfläche bewaldet. So weist beispielsweise die Schweiz einen rund doppelt so grossen Waldflächenanteil auf.

Im Oktober 2025 hat GCCH in der Gemeinde Koriukivka (Region Tschernihiw) deshalb ein gross angelegtes Wiederaufforstungsprojekt lanciert. Auf einer Fläche von 17 Hektar – das entspricht rund 24 Fussballfeldern – werden insgesamt 100’000 Baumsetzlinge gepflanzt, um geschädigte Waldflächen wiederherzustellen und das Ökosystem in der Region zu revitalisieren.

Die Anpflanzung findet in Kooperation mit der Gemeinde statt und erfolgt im Rahmen einer längerfristigen Initiative: Ziel ist nicht nur die Schaffung neuer Waldflächen, sondern auch die Förderung weiterer umwelt- und sozialrelevanter Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde beitragen. Zugleich soll damit das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt gestärkt werden.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist diese Sensibilisierung von besonderer Bedeutung. Im Rahmen des Aufforstungsprojektes erhalten Kinder wiederverwendbare Wasserflaschen, Kappen, Anstecker, Notizblöcke und Stifte aus recycelten Materialien. Diese vermitteln Umweltbewusstsein und erinnern daran, dass selbst der kleinste Beitrag zur Wiederherstellung und Erholung der Natur von grossem Wert ist.

An der Aktion beteiligen sich auch Lehrpersonen, Freiwillige sowie Anwohnerinnen und Anwohner. «Es ist wunderbar zu sehen, wie aus kleinen Setzlingen eines Tages ein grosser Wald entstehen wird», sagt eine Lehrerin. Eine Anwohnerin teilt diesen zuversichtlichen Blick in die Zukunft: «Wir haben schwere Zeiten überstanden, aber wir sehen, wie sich die Natur zusammen mit uns erholt.»

Auch der Bürgermeister von Koriukivka, Ratan Akhmedov, betont die Bedeutung des Projektes: «Für unsere Gemeinde ist das nicht nur eine ökologische Initiative, sondern auch ein Symbol für die Erneuerung des Lebens und den Glauben an die Zukunft.»

Quellen & Artikel zur Vertiefung:

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