Medical Programme

Ein zentrales Element des medizinischen Programms sind orthopädische Projekte. Einerseits gibt es in Vietnam nach wie vor Minenopfer, die durch Explosionen grausam verstümmelt wurden. Andererseits benötigen auch viele Agent-Orange-Betroffen, die mit Fehlbildungen geboren wurden, Prothesen (ersetzen die Gliedmassen) und Orthesen (unterstützen die Gliedmassen). Ohne diese Hilfsmittel können Kinder oft nicht zur Schule gehen und ihre Angehörigen keiner Arbeit nachgehen, weil sie sie den ganzen Tag zuhause betreuen müssen. Da Prothesen und Orthesen nicht von der Krankenkasse übernommen werden, sind sie für viele Familien unerschwinglich.

Hier machen unsere Spenderinnen und Spender einen entscheidenden Unterschied: sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen die Schule zu besuchen oder mit Freundinnen und Freunden zu spielen. Und Erwachsenen können eine bezahlte Arbeit finden oder schlicht am alltäglichen Leben teilnehmen – Dinge, die für uns selbstverständlich sind, für Menschen, die diese Hilfe nicht erhalten, aber unmöglich bleibt.

Neben Prothesen und Orthesen gehören auch Operationen sowie Rehabilitationsmassnahmen wie etwa Gehtrainings zum Programm. Besonders wichtig ist die langfristige Begleitung, da bei wachsenden Kindern die Hilfsmittel regelmässig angepasst oder erneuert werden müssen – oft über viele Jahre hinweg.

Um dies zu gewährleisten, arbeitet Green Cross Switzerland eng mit lokalen medizinischen Einrichtungen wie dem Ausbildungszentrum für Orthopädietechniker:innen in Hanoi (VIETCOT), dem Huong-Sen-Rehabilitationskrankenhaus in Tuyen Quang sowie den Orthopädie- und Rehabilitationskliniken in Da Nang und Thai Nguyen zusammen. Seit 2004 reisen zudem regelmässig Schweizer Orthopäd:innen und Chirurg:innen ehrenamtlich nach Vietnam und arbeiten dort eng mit dem lokalen Fachpersonal zusammen.