Sozialmedizin

Gesundheit und Bildung für die Schwächsten.

 

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat 1986 zur radioaktiven Kontamination riesiger Gebiete in Russland, Weissrussland, Moldawien und in der Ukraine geführt. 25 Jahre später lösten Erdbeben die verheerende Reaktorhavarie in Fukushima aus. Seither sind 8 Prozent von Japans Landfläche radioaktiv verseucht. Durch den Einsatz des Entlaubungsmittels Agent Orange während des Vietnamkriegs sind zehntausende Quadratkilometer für lange Zeit mit Dioxin vergiftet.

 

Rund zehn Millionen Menschen (Studien Tschernobyl) in Moldawien, Russland, Weissrussland und in der Ukraine sowie in Japan werden noch Jahrzehnte in einer verseuchten Heimat leben müssen. In Kambodscha, Laos und Vietnam sind Millionen von Menschen durch das im Vietnamkrieg versprühte Herbizid Agent Orange indirekt Kriegsopfer und Neugeborene erleiden immer noch Behinderungen. Schätzungen zufolge werden jährlich etwa 3500 Kinder geboren, deren Körperbehinderung auf den Einsatz des Entlaubungsmittels Agent Orange zurückzuführen ist.

 

Mit dem Programm Sozialmedizin unterstützt Green Cross Schweiz die am stärksten betroffenen Menschen mit Hilfe zur Selbsthilfe; insbesondere Kinder, Jugendliche und deren Mütter. Die Umweltorganisation trifft medizinische, psychologische und pädagogische Massnahmen, die die Lebensbedingungen von Kindern, jungen Erwachsenen und Familien in radioaktiv und chemisch verseuchten Gebieten verbessern:

 

Die sozialmedizinischen Projekte für die Opfer nuklearer Verseuchung in der Ukraine, Russland, Weissrussland und Moldawien beinhalten:

 

Therapiecamps für Kinder und Jugendliche Zur Stärkung ihres Immunsystems und ihrer Psyche leben Kinder und Jugendliche wenigstens vier Wochen in gesunder Luft und erhalten unbelastete Nahrung und umfassende medizinische Betreuung. Die Strahlenbelastung wird jeweils um 30 bis 80 Prozent gesenkt. Vor und nach den Camps werden die Kinder an ihren Wohnorten von mobilen Ärzte- und Beratungsteams medizinisch betreut.

 

Mutter-und-Kind-Projekt Das Projekt sorgt für Erholung für Mütter und ihre Kleinkinder unter psychologischer und medizinischer Betreuung. Die Mütter erhalten die auch die Möglichkeit, Ernährungskurse über den Umgang mit kontaminierten Lebensmitteln zu besuchen.

 

Frauenkooperative Zur Stärkung der Eigenständigkeit der Frauen und damit auch der Dorfgemeinschaften wird der Aufbau von Vieh-, Schweine- und Kaninchenzuchten, kleinen Imkerbetrieben und Fischzuchten oder auch von Nähateliers gefördert.

 

Die sozialmedizinischen Projekte für die Opfer chemischer Kontamination in Vietnam, Kambodscha und Laos beinhalten:

 

Orthopädietechnische Versorgung in Vietnam Von Agent Orange betroffene Kinder werden mit orthopädietechnischen Hilfsmitteln versorgt, damit sie sich selbständig bewegen können und eine Chance auf Ausbildung erhalten. Vorbereitend sind oft Operationen und anschliessend der Besuch der Gehschule nötig.

 

Das Integrationsprojekt begegnet der Problematik der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Behinderten. Körperbehinderte Jugendliche erhalten einen Kredit in Form einer trächtigen Kuh. Durch den Verkauf der Kälber und der Milch kann der Kredit zurückgezahlt und langfristig eine bescheidene Einkommensquelle gesichert werden.

 

In Laos und Kambodscha erhalten Dorfgemeinschaften medizinische Versorgung für betroffene Kinder, Jugendliche und Frauen sowie Informationen über die Gefahren von Agent Orange. Verseuchte Gebiete werden gekennzeichnet, um die Fischerei und den Gemüseanbau in verseuchter Umgebung zu stoppen. Der Einsatz von Wasserfiltern sichert zudem den Zugang zu sauberem Wasser.

 

Das Programm Sozialmedizin wird geleitet von Maria Vitagliano. Green Cross Schweiz arbeitet zur Umsetzung des Internationalen Programms Sozialmedizin zusammen mit den nationalen Green-Cross-Organisationen in Japan, Russland, Weissrussland und in der Ukraine; in Moldawien mit den Nichtregierungsorganisationen Echo von Tschernobyl und Healthy Family sowie der Gemeinde Onitskani; in Vietnam mit ULSA/Vietcot (University of Labor and Social Affairs). In Laos sind die Partner das Ministerium für Gesundheit, das Ministerium für Verteidigung sowie Water Resources and Environment Administration (WREA) und Umweltspezialisten der kanadischen Hatfield Consultants. In Kambodscha läuft die Zusammenarbeit über die Nichtregierungsorganisation Wathnakpheap.

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