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08.06.2023

Dammbruch bei Kachowka, Cherson

Dammbruch bei Kachowka, Cherson

Die Zerstörung des ukrainischen Staudammes am 6. Juni 2023 bei dem russisch besetzten, südlich gelegenen Dorf Kachowka hat für die Region weitreichende Folgen, die in ihrem Ausmass noch nicht abschätzbar sind. Der Damm ist Teil einer Serie aus sechs Staudämmen entlang des Dnepr und der letzte vor der Öffnung ins Schwarzmeer. Der Staudamm produzierte Strom, kühlte das Atomkraftwerk Saporischja und lieferte Wasser für Menschen vor Ort.

Durch die Zerstörung gerieten die Fluten bis zur Stadt Cherson, die am Flussdelta des Dnepr und etwa 100 Kilometer entfernt von der zerstörten Infrastruktur liegt. Es sind insgesamt 24 Ortschaften von den Überschwemmungen betroffen. Bisher konnten etwa auf beiden Seiten der Front etwa 3000 Menschen evakuiert werden. Derzeit wird grob geschätzt, dass mehr als  40‘000 Menschen von den Fluten betroffen sind.

Die Überschwemmungen haben bereits jetzt grosse Schäden bei der Bevölkerung, der Infrastruktur, der Natur und den Tieren angerichtet. Die potenziellen Konsequenzen aus der Zerstörung des Damms werden weiter zunehmen. Durch das Absinken des Wasserstands im Kachowksa-Stausee auf ein bestimmtes Niveau kann es Wasserknappheit für 200‘000 Menschen bedeuten. Die Auslegung von Minen entlang des Flusses kann dazu führen, dass diese nun neu an nicht zu erwartende Orte geschwemmt werden. Fäkalien oder Chemikalien von Fabriken, die ins Wasser gelangen, können Seuchen oder Krankheiten auslösen. Im Kraftwerk des Staudamms wurde Öl gelagert, welches nun ebenfalls ins Wasser gelangte und es sind bereits sehr viele Fische an dem verunreinigten Wasser verendet. Zusätzlich werden Lebensräume von Tieren, wie z.B. Vögeln zerstört. Die Konsequenzen des Dammbruchs sind demnach vielfältig, umfassend und werden die Region leider für lange Zeit prägen.

Während die EU und europäische Staaten bereits Unterstützung im Wert von 170 Millionen zugesagt haben, leisten etwa 800 Retter:innen der Ukraine und Freiwillige Hilfe vor Ort. Das Green Cross Switzerland ist seit 2022 mit pragmatischen Hilfsaktionen für die Bevölkerung in der Ukraine aktiv. Neben der Versorgung der Betroffenen mit Wasseraufbereitungssystemen z.B. in Cherson oder Mikolajew und weiteren Hilfeleistungen, haben wir Retter:innen des Staatlichen Dienst für Notfallsituationen nach Überschwemmungen während des Frühlings im Norden der Ukraine mit einem Bootsmotor unterstützt. Green Cross Switzerland überprüft derzeit die Möglichkeiten für weitere Hilfeleistungen für die von den Überschwemmungen betroffene Bevölkerung in der Region rund um den zerstörten Stausee.

30.05.2023

Beiträge zur humanitären Hilfe in der Ukraine durch Green Cross Switzerland

Beiträge zur humanitären Hilfe in der Ukraine durch Green Cross Switzerland

Mit dem grossflächigen Beginn des Krieges in der Ukraine war Green Cross Switzerland gezwungen seine Projektarbeit in der Ukraine einzuschränken. Es war selbstverständlich, dass wir schnelle und unkomplizierte Hilfeleistungen zur Verfügung stellen. Bereits 2022 lieferte die Stiftung Wasseraufbereitungssysteme, Güter wie Lebensmittel, Kleidung oder Medikamente in betroffene Gebiete in der Ukraine. Diese Arbeit wird auch 2023 weiter fortgesetzt. Während für den Sommer die Lieferung zusätzlicher Wasseraufbereitungssysteme geplant ist, konnte die Stiftung in verschiedene Regionen lebenswichtige Güter liefern.

In der nordukrainischen Stadt Tschernihiw lag der Fokus im April auf der Zustellung von Grundnahrungsmittel. Durch Ihre Spenden und der Zusammenarbeit mit lokalen Helfer:innen konnte zweimal innerhalb von zwei Tagen beinahe 700 Menschen Kartoffeln und Bohnen erhalten. Des weiteren konnte einem Kindergarten einen Generator für die Stromversorgung zur Verfügung gestellt werden.

Dass der Krieg auch viele Tiere tangiert, wird häufig vergessen und die Unterstützung dieser Lebewesen vielfach vernachlässigt. Aus diesem Grund hat das Green Cross Switzerland verschiedene Tierheime, wie z.B. das „Masyanya“ in Skrygalevka in der Kiewer Oblast mit Hilfsgütern unterstützt. Einerseits konnten den 200 Hunden und 100 Katzen Futter im Umfang von 260 Kilogramm zur Verfügung gestellt werden. Andererseits wurde in einer zweiten Lieferung dringend benötigte Impfstoffe geliefert und das Überleben der Tiere des Heims konnte weiterhin gewährleistet werden.

In einer weiteren Hilfsaktion wurde die Bevölkerung der ukrainischen Stadt Nowhorod-Siwerskyj mit infrastrukturellen Gütern sowie finanziellen Beiträgen unterstützt. Denn neben dem stattfindenden Krieg, wurde die Stadt sowie die umliegende Region seit dem Frühling von Überschwemmungen getroffen.

Im Sinne des von Green Cross Switzerland vertretenen Prinzips «Hilfe zur Selbsthilfe» wurden des weiteren die Retter:innen des Staatlichen Dienst für Notfallsituationen Nowhorod-Siwerskyj mit einem modernen Bootsmotor ausgestattet. Mit diesem Motor können die Retter:innen wirksamer und schneller Wasserrettungsaktionen durchführen, um Menschen zu retten und der von den Überschwemmungen betroffenen Bevölkerung effizienter zu helfen.

Zusammen mit der lokal ansässigen NGO Knjazhij Hrad (КНЯЖИЙ ГРАД) half das Green Cross Switzerland zudem bei der Einrichtung eines Schutzraumes für die lokale Bevölkerung mit finanziellen Beiträgen aus. Der Raum, der sich gerade in Konstruktion befindet, dient den Bewohner:innen zum Schutz vor militärischen Angriffen der russischen Armee.

Die humanitäre Hilfe in der Ukraine durch Green Cross Switzerland wird weiter fortgesetzt und zu gegebenem Zeitpunkt wollen wir beim Wiederaufbau mithelfen. Die Unterstützung der Ukraine würde nicht ohne die Mitarbeit der lokalen Helfer:innen sowie Ihnen, unseren Spender:innen funktionieren. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich für Ihre Beiträge bedanken; Sie garantieren, dass wir die Arbeit in der Ukraine auch in der Zukunft fortsetzen können.

23.05.2023

Kooperation mit DeinAdieu: Green Cross Switzerland startet neue Rubrik zu Erbschaften und Legate

Kooperation mit DeinAdieu: Green Cross Switzerland startet neue Rubrik zu Erbschaften und Legate

Green Cross Switzerland freut sich die frische Rubrik auf der Homepage anzukünden und vorzustellen. Neu können Sie unsere Seite zu Erbschafts- und Legatsfragen in deutscher, französischer und englischer Sprache besuchen; diese haben wir in Kooperation mit DeinAdieu erfolgreich aufgesetzt.

Das Portal unterstützt Schweizer Hilfswerke, indem es die Bevölkerung breit über die Möglichkeit einer Testamentsspende aufklärt. Dazu gehört auch die Bereitstellung von Dienstleistungen und Informationen zu Fragen rund um Erbschaften und Legate. Dementsprechend können Sie nun verschiedene Angebote über unsere Homepage abrufen, um Ihren Nachlass sorgfältig und nach Ihren Wünschen zu planen. Folgende Vorteile bietet unsere Seite:

Sie können eine kostenlose Erstberatung nutzen und sich über die Prüfung Ihrer Situation oder Ihres Testaments mit einer Erbrechtsfachperson austauschen.

Sie können unkompliziert und sicher mit einer Anleitung ein Testament über das Online-Tool erstellen und Green Cross Switzerland berücksichtigen.

Sie können mittels einer Patientenverfügung Ihren Willen bezüglich medizinischer Massnahmen dokumentarisch festhalten, sollten Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls selbst nicht mehr entscheidungsfähig sein.

Sie können dank Anfertigung eines Vorsorgeauftrages eine Person Ihres Vertrauens bestimmen, die Ihre Interessen im Falle einer Urteilsunfähigkeit vertritt.

Durch die Nutzung dieser Angebote zugunsten von Green Cross Switzerland helfen Sie uns, unsere Aufgaben und Projekte auch in Zukunft längerfristig fortzuführen. Je mehr Mittel wir hierzu zur Verfügung haben, desto gezieltere und nachhaltigere Massnahmen können wir durch verantwortungsbewusstes und sorgfältiges Handeln treffen.

Wir möchten uns in diesem Rahmen ausdrücklich für die Zusammenarbeit mit DeinAdieu bedanken und würden uns freuen, wenn Sie bei der Erstellung Ihres Testaments Green Cross Switzerland berücksichtigen. Bei Fragen oder Anmerkungen können Sie gerne Dr. Jakob Vetsch, Networking & Fundraising kontaktieren oder sich direkt an die Geschäftsstelle über E-Mail oder Telefon wenden.

Weitere Informationen zu den neuen Möglichkeiten finden Sie hier.

09.05.2023

SOCMED in Vietnam

SOCMED in Vietnam

Das Entlaubungsmittel «Agent Orange», welches während des Vietnamkriegs eingesetzt wurde, hinterliess bei Mensch und Umwelt Folgeschäden, die bis heute bestehen. Betroffene sind auf Hilfe angewiesen.

Seit 1998 unterstützt das Green Cross Switzerland deshalb im Rahmen des von der Organisation induzierten SOCMED-Programms (Social and Medical Care and Education) betroffene Regionen in Vietnam. Das Programm garantiert medizinische, psychologische und soziale Unterstützung in Form von Behandlungen und Therapien vor allem für Kinder und Jugendliche mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen. Tagesstätten erlaubt es den Betroffenen einen angepassten Schulunterricht zu besuchen und an spielerischen Aktivitäten teilzunehmen. Ebenfalls legt das SOCMED-Programm einen Fokus auf die Unterstützung der Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln.

Um die Arbeit in Vietnam auch weiterhin reibungslos und qualitativ hochwertig wahrnehmen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich Zeit nehmen und einen kleinen Beitrag für die Opfer von «Agent Orange» in den betroffenen Regionen in Vietnam leisten würden.

Unser Informationsvideo zu SOCMED in Vietnam finden Sie auf Twitter, Linkedin oder Instagram.

26.04.2023

Gedenktag zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Gedenktag zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Am 26.04.2023 jährt sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zum 37. Mal. Am 26. April 1986 um 01:23 Uhr wurde durch einen Reaktorunfall im Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl radioaktives Material freigesetzt. Das freigesetzte Material gelangte bis nach Westeuropa, kontaminierte aber die umliegenden Regionen am stärksten. Bis heute leiden Menschen und die Umwelt in den Gebieten des heutigen Belarus, Russlands und der Ukraine an den Folgen dieser Katastrophe. Neben den negativen Auswirkungen auf die Gesundheit durch die freigesetzte Radioaktivität führte der Reaktorunfall auch zu sozialer und wirtschaftlicher Verwahrlosung in den Regionen.

Bereits in den 90er Jahren begann Green Cross Switzerland, Hilfsprojekte für die Betroffenen dieser menschgemachten Katastrophen in den drei stark radioaktiv kontaminierten Ländern umzusetzen. Dafür wurde das SOCMED-Programm (Social and Medical Care and Education) etabliert, welches auf medizinischer, psychologischer und sozialer Ebene Unterstützung bietet und dabei auf “Hilfe zur Selbsthilfe” setzt. Dabei wurden beispielsweise Therapiecamps für Kinder und Jugendliche veranstaltet oder medizinische Untersuchungen mit dem Green Cross Bus in entlegenen Ortschaften durchgeführt.

Diese Hilfeleistungen konnten bis 2022 garantiert werden, wurden jedoch durch den Krieg in der Ukraine stark eingeschränkt oder vorerst beendet. Im Land der Nuklearkatastrophe können momentan aufgrund des Krieges keine Projekte in der Tschernobyl-Region umgesetzt werden. Dennoch leistete das Green Cross Switzerland zu Kriegsbeginn dringend benötigte humanitäre Hilfe für die dortige Bevölkerung, indem es beispielsweise Medikamente oder Lebensmittel lieferte. Zudem stehen in Belarus wieder die Vorbereitungen für das Social Gardening an, welches 2023 wieder durchgeführt wird. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, die Ernährung von Kindern aus prekären Verhältnissen durch frisches Gemüse und Obst aus den sozialen Gärten abwechslungsreicher, nährstoffreicher und gesünder zu gestalten.

Der Krieg in der Ukraine führte auch zu einer Reaktualisierung der Geschehnisse in Tschernobyl. Die Besetzung des Kernkraftwerks von Tschernobyl vom 24. Februar bis 31. März durch die russische Armee zeigt auch heute noch, welche Gefahren für Mensch und Umwelt im Atomkraftwerk stecken. Green Cross Switzerland nimmt den Tag der Nuklearkatastrophe zum Anlass, den Opfern und Betroffenen des Reaktorunfalls und des Krieges zu gedenken.

13.04.2023

Zusammenarbeit mit dem Charity Project Krong Buk

Zusammenarbeit mit dem Charity Project Krong Buk

Seit Anfang dieses Jahres arbeiten Green Cross Switzerland (GCCH) und das von Peter M. Jenni und seiner Frau Tran Thi Hiep gegründete Charity Project Krong Buk (CPKB) zusammen. Der Schwerpunkt dieser Kooperation liegt auf der humanitären Hilfe für Familien, die bis heute von «Agent Orange» betroffen sind. Die Unterstützung fokussiert sich auf das zentrale Hochland von Vietnam, insbesondere auf die Provinz Dak Lak. Mit dieser Partnerschaft ist es möglich, zusätzlich zu den bereits von Green Cross Switzerland durchgeführten Projekten des SOCMED-Programms, individuelle Hilfeleistungen für betroffene Familien von Agent Orange durchzuführen.

Das CPKB arbeitet ehrenamtlich und übernimmt die Abklärungen und Spesen vor Ort. Frau Tran Thi Hiep und Peter M. Jenni besuchen jeweils in Absprache mit dem Volkskomitee die betroffenen Familien, besprechen mit den Familienangehörigen die benötigte Hilfe und stehen, wenn es sich um grössere Hilfeleistungen wie Hausrenovierungen oder Dachneubauten handelt, im Kontakt mit den Behörden. Durch die Koordination von CPKB kann garantiert werden, dass die von GCCH unterstützten Hilfeleistungen effizient umgesetzt werden und die finanziellen Mittel im Rahmen dieser Kooperation vollständig den Hilfsbedürftigen zugutekommen.

 

Erste Hilfeleistungen gestartet

Inzwischen konnte eine Betroffene mithilfe von Essensgeld finanziell unterstützt werden. Die 43-jährige Frau leidet unter Verstümmelungen, Muskelkrämpfen und ist auf medizinische Betreuung angewiesen. Sie lebt zusammen mit ihrer 85-jährigen Mutter und das Einkommen reichte nicht aus. Durch die Zusammenarbeit zwischen GCCH und dem CPKB kann die Mutter zusammen mit Frau Tran Thi Hiep jeden Monat einmalig auf dem Markt im Wert von 1 Million Vietnamesischer Đồng (VND) (ca. 40 CHF) einkaufen gehen. Durch die Unterstützung können die schwer behinderte Frau und ihre Mutter mit Nahrungsmitteln und anderen notwendigen Gütern versorgt werden. Zudem läuft derzeit die Planung für die Sanierung eines Hausdaches von einer von Agent Orange stark betroffenen Familie. Ziel ist es, das Dach bis zur nächsten Regenzeit zu reparieren. Die Reparaturarbeiten sind nach wie vor in Gange und sollten in einem Monat beendet sein. Des Weiteren wurde der Familie von Frau Thoi Thi No in Phuoc An Unterstützung zugesichert. Die Töchter Kieu und Chi haben beide schwere Behinderungen aufgrund von Agent Orange. Da der Vater ebenfalls invalid ist und Frau Thoi ganztägig mit der Betreuung der Familie beschäftigt ist, kann sie keiner Arbeit nachgehen. Kürzlich hat die Gemeinde zwar das Wohnhaus notdürftig repariert, aber es fehlte der Familie an Essen und Windeln. Nun kann die Familie mit einer monatlichen Lieferung an grundlegenden Hilfsgütern unterstützt werden.

Das Green Cross Switzerland freut sich auf die weitere und gewinnbringenden Zusammenarbeit mit Peter M. Jenni, seiner Frau Tran Thi Hiep und Charity Project Krong Buk!

 

04.04.2023

Sauberes Trinkwasser für die Bevölkerung in Kriegsgebieten

Sauberes Trinkwasser für die Bevölkerung in Kriegsgebieten

Obwohl in der Ukraine genug Wasser vorhanden ist, kann aufgrund der gezielten Zerstörung der Infrastruktur die Sauberkeit des Trinkwassers an vielen Orten nicht gewährleistet werden. Dies stellt insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit schwachem Immunsystem eine grosse Gefahr dar. Sie sind besonders anfällig für gefährliche Keime im Wasser und haben dadurch ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Folgen.

Green Cross Switzerland hat deshalb verschiedene öffentliche Einrichtungen nahe der Frontlinie in Cherson mit Systemen zur Reinigung von stark verschmutztem Trinkwasser ausgestattet. Diese Gerätschaften stammen von dem Schweizer Unternehmen Katadyn Group, welches sich u.a. auf die Bereitstellung von Trinkwasserlösungen im Rahmen humanitärer Hilfe spezialisiert hat.

Im Zuge einer ersten Lieferaktion im Jahr 2022 konnten bereits zehn Wasseraufbereitungssysteme in die Ukraine geliefert werden. Ein Gerät wurde beispielsweise in der Spitalküche der Stadt Mykolajiw installiert und ein weiteres im humanitären Zentrum von Mykolajiw. Eine weitere Lieferaktion startete am 24. März 2023 in der Schweiz, führte über Tschechien, Polen und erreichte die Ukraine ohne Zwischenfälle am 26. März. Danach konnten die Anlagen an unterschiedlichen Standorten abgeliefert werden.

Die Instandsetzung der Anlagen verlief nicht ohne Herausforderungen. Aufgrund eines Defekts in einer Entsalzungsanlage, mussten Reparaturen vorgenommen werden, die den Einsatz etwas verzögerten. In der Folge war es notwendig, eine Lösung zu finden, welche den Defekt beheben konnte. Anhand verschiedener Telefonate waren die Beteiligten vor Ort imstande die Anlage zu reparieren und es konnten zusätzliche Ersatzteile, sowie zwei Generatoren ins Kriegsgebiet gelangen.

Die an der Hilfsaktion Beteiligten kehrten gestaffelt bis zum 3. April nach der Beendigung ihrer Aufgaben gesund mit einem beeindruckenden Resultat in die Schweiz zurück: Die Aktion gewährleistet 30’000 Menschen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und stellt demnach eine enorme Erleichterung für die Betroffenen dar. Wir danken allen am Einsatz Beteiligten ganz herzlich und freuen uns auf weitere zukünftige Kooperationen!

13.03.2023

Unsere Dialoger:innen in Schweizer Städten unterwegs für Mensch und Umwelt

Wir sind stolz auf unsere Dialoger:innen für ihren tatkräftigen Einsatz für Mensch und Umwelt! Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung unseres Anliegens und sind ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements für die Betroffenen von Industrie- und Militärkatastrophen.

Dialoger:innen stehen in direktem Kontakt und Austausch mit der Bevölkerung an verschiedenen Orten in der Schweiz und informieren Interessierte über unsere Werte, Ziele und aktuellen Hilfsprojekte. Doch sie erfüllen nicht nur die wichtige Rolle, die Interessen von Green Cross zu vertreten und neue Spenden zu generieren. Sie sammeln auch wertvolles Feedback von den Menschen, die sie täglich auf öffentlichen Plätzen treffen und mit denen sie im Gespräch sind. Durch diesen Dialog entstehen neue Ideen sowie wertvolle Erkenntnisse, wie unsere Hilfsprojekte von der Bevölkerung wahrgenommen werden.

08.07.2022

Seit 19 Jahren für Betroffene von “Agent Orange” im Einsatz

Das Team von GCCH traf sich mit Dr. Daniel Hueskes und seinem Sohn Benjamin Hueskes. Dabei gaben die beiden Orthopädisten Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit: die Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln und operativen Behandlungen für Kinder und junge Erwachsene mit Behinderungen.  

Als Daniel Hueskes im Jahr 2003 vor seiner ersten Reise nach Vietnam stand, fragte er seinen Sohn: «Benjamin, was meinst du? Soll ich das machen?».  Er antwortete ihm: «Ja, dann musst du halt dafür deine Ferien aufgeben». Und so begann vor 19 Jahren die Zusammenarbeit mit Green Cross Switzerland.

Dabei wurde grosser Wert daraufgelegt, dass die Orthopädie-Projekte nachhaltig wirken. Aufgrund der Erfahrung eines anderen Projekts, bei welchem 30 Kinder mit Orthesen versorgt wurden und bei der Nachkontrolle dann enttäuscht festgestellt werden musste, dass keiner der Stützgeräte mehr an den Beinen der Kinder gewesen war, sagte sich Daniel Hueskes im Jahr 2003:

«Nein, dieses Mal nicht! Ich möchte die ansässigen Orthopädisten oder Orthopädie-Ärzte miteinbeziehen und dass die Versorgung mit Materialen gemacht werden, die in Vietnam zu finden sind. Es ist wenig zielführend, hochtechnisches Material anzuwenden, sondern es muss die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert werden».

Bei Kindern ist es wichtig, dass die Orthesen und Prothesen nach einem Jahr aufgrund des schnellen Wachstums erneuert werden können. «Wenn die Person, die die Prothese gemacht hat, schon vor Ort ist, dann kann sie dementsprechend die Prothese vervollständigen und einen neuen Gips machen», sagt Daniel Hueskes.

Benjamin Hueskes fügt hinzu: «Das ist natürlich der Sinn vom Ganzen: die Leute in Vietnam so zu schulen, dass sie die Versorgungen selbst machen können, auch wenn wir nicht dort sind. Das ist auch schon vorher gemacht worden. Wir geben einfach Unterstützung oder führen Schulungen durch. Wir nehmen auch keine Sachen aus der Schweiz mit. Es funktioniert nicht so, dass sie uns damit beauftragen, Gipse zu erstellen, und wir sie dorthin bringen. Nein, wir machen es vor Ort zusammen. Wir unterstützen und beraten sie, aber grundsätzlich können sie es selbst machen».

Grösstenteils werden die notwendigen Orthesen und Prothesen in Vietnam produziert. Das ist auch wichtig, weil verschiedene Faktoren, wie beispielsweise Luftfeuchtigkeit, beachtet werden müssen. In Ausnahmefällen nehmen die Orthopädisten aus Basel etwas mit nach Vietnam. Momentan sind sie eine Versorgung für eine junge Frau am vorbereiten. Sie hat kein Schienbein und verkürzte Knochen. Ohne Prothese läuft sie auf dem Knochengelenk. Während der Coronazeit erhielt sie darum Prothesen, die aber mit 3,5 kg sehr schwer sind. Sie hat zum ersten Mal einen Job gekriegt und freut sich, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Bei der Arbeit muss sie aber immer die schweren Prothesen tragen. In diesem Fall werden zwei Prothesenfüsse-Passteile aus der Schweiz mitgenommen. Sie sind mindestens anderthalb Kilo leichter, was der jungen Frau ihr Leben um einiges erleichtern wird.

«Ich wollte wissen, ob er leben will»

In ihrer ehrenamtlichen Arbeit haben Daniel und Benjamin Hueskes viele Menschen mit schweren Schicksalen kennengelernt. Wir haben gefragt, ob es unter den Menschen, die sie bisher in Vietnam getroffen haben, eine Geschichte gibt, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist. “Ja”, antwortete Dr. Hueskes mit Ergriffenheit.

Was ist “Agent Orange”?

“Agent Orange” ist ein chemisches Entlaubungsmittel, das mit dem hochgiftigen Dioxin TCDD verunreinigt ist. Die Bezeichnung “Agent Orange” kommt von den orangefarbenen Streifen, mit denen die Fässer gekennzeichnet waren. Insgesamt 45’677’837 Liter versprühte die amerikanische Luftwaffe zwischen 1962 und 1971, um den Dschungel zu entlauben und sich somit einen strategischen Vorteil im Vietnamkrieg zu verschaffen. Das toxische TCDD verbleibt sehr lange in der Umwelt und ist heutzutage noch in den Böden, Gewässern und somit im Nahrungskreislauf zu finden. Der Giftstoff verursacht vererbbare Genmutationen, Fehlbildungen und schwere Krankheiten.  

Dr. Daniel Hueskes

Bereits in den 60er Jahren hatte Daniel Hueskes in der Zeit der Contergan-bedingten Fehlbildungen wegweisende orthopädische Hilfsmittel für Kinder mit verstümmelten oder fehlenden Gliedmassen entwickelt und gebaut.

Die Einnahme des Schlaf- und Beruhigungsmittels Contergan führte zu einer Häufung von schweren Fehlbildungen und dem Fehlen von Gliedmassen und Organen bei Neugeborenen.

13.05.2022

Frühlingshafter Auftritt für Green Cross Switzerland

Der Frühling wird allgemein als die Jahreszeit des Wandels definiert. Der strenge Winter liegt endlich hinter uns, die Tage werden länger, die Natur erwacht und schenkt uns neue Energie und Leichtigkeit. Im Einklang mit der Natur haben auch wir von Green Cross Switzerland den Wechsel der Jahreszeiten genutzt, um uns zu «verändern» – und wir haben unserer Website neu gestaltet.

Dies ist der erste Schritt eines grösseren Projekts, das auf eine breitere Digitalisierung unserer Kommunikationsprozesse und auf einen unmittelbaren und effizienten Austausch mit unserer Spenderfamilie abzielt. Das helle und moderne Design verwendet unsere traditionellen Farben (grün und weiß), und die Informationen sind klar und übersichtlich gegliedert. Darüber hinaus haben wir innovative Spendenmöglichkeiten eingeführt, darunter TWINT, Kreditkarten, SMS sowie die Option, personalisierte Einzahlungsscheine zu erstellen.

Die Veröffentlichung der neuen Website und die Einführung moderner Fundraising-Tools fallen mit dem Start unseres Blogs und unserer Social-Media-Kanäle zusammen. Durch regelmässige Updates wollen wir Sie über Projekte und Neuigkeiten informieren. Wir möchten vor allem die beteiligten Personen vorstellen und ihre Geschichten erzählen, damit Sie konkret sehen können, wie wichtig Ihr Beitrag ist.

Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als Sie auf unserer neuen Seite willkommen zu heissen und Ihnen viel Spass beim Lesen zu wünschen!